Herstellung von Weihnachtskugeln

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Weihnachtskugeln aus Glas werden bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im traditionellen Verfahren hergestellt. Auch wenn ein überwiegender Teil des Christbaumschmucks heute maschinell für den Massenmarkt produziert wird, sind in Handarbeit gefertigte Kugeln nach wie vor beliebt und begehrt. Das aufwendige Verfahren, das die Glasbläser anwenden, bringt individuelle Stücke hervor, die durch eine einzigartige Optik begeistern.

Die Kunst des Glasbläsers

Der erste Arbeitsschritt in der Herstellung von Weihnachtskugeln besteht in der langsamen Erwärmung eines Glasrohlings, um die Spannung im Glas zu reduzieren und das Risiko eines späteren Aufplatzens bei Aufblasen zu minimieren. Anschließend erhitzt der Kunstglasbläser das rohe Glasrohr in der Flamme seines Gasbrenners auf eine Temperatur von etwa 800° C. Im aufwendigen Handarbeitsverfahren entsteht aus dem heißen Glas anschließend eine Kugel, indem der Künstler mit kontinuierlichem Druck und ständigem Drehen mithilfe einer Blasvorrichtung die gewünschte Form erzeugt. Dafür benutzen Glasbläser aus Holz gefertigte Schablonen. In der Massenproduktion wird dieser Arbeitsgang durch spezielle Maschinen ausgeführt, die jedem Exemplar die identische Form verleihen.

Verschiedene stilvoll am Tannenbaum dekorierte Weihnachtskugeln.

Die fertig ausgeformten, transparenten Glaskugeln werden in ein Steckbrett gesetzt, um für die Weiterverarbeitung auszukühlen. Im maschinellen Verfahren geschieht dies deutlich schneller, da die Kugeln auf eine Kühlstrecke gelegt werden. Anschließend werden sie innen im Spritzverfahren mit einer Silbernitratlösung ausgefüllt und in heißem Wasser ständig geschüttelt, um den regemäßigen Spiegeleffekt zu erzeugen. Diese Technik wurde im Jahr 1870 von einem böhmischen Glasbläser in Thüringen erfunden und hat sich bis heute weitgehend erhalten. Durch die Beschichtung mit Silbernitrat verliert die Weihnachtskugel ihre Transparenz und erhält ihren Glanzeffekt, der ihr das typische und beliebte Aussehen verleiht. Nach dieser Veredelung kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, um die spiegelnde Kugel mit Mustern zu verzieren. Die Hersteller verwenden für die sogenannte Konfektionierung einen speziellen Leim, der in unterschiedlichen Motiven auf die Oberfläche der Weihnachtskugel aufgebracht wird. Anschließend wird die Kugel mit goldenem, silbernem oder buntem Glitzerstaub berieselt, der am Leim haftet und dadurch die gewünschten Muster und Motive erzeugt. Alternativ werden die Kugeln mit Schmuckdraht umwickelt oder in speziellen Lack getaucht, der nach der Trocknung sowohl glänzende als auch matte Stellen aufweist und auf der Oberfläche den Effekt von Eisblumen erzeugt.

Die fertig verzierte Weihnachtskugel erhält ihren Anhänger erst, nachdem ihr Hals entfernt wurde. Dazu benutzen die Glasbläser Sägen mit besonders scharfen Klingen, um das empfindliche Glas der dünnwandigen Kugel nicht zu beschädigen. Durch den Schnitt entsteht ein Loch, in den der Verschluss aus Blech und der daran befestigte Anhänger gesetzt werden. Nach diesem Arbeitsschritt werden die fertigen Weihnachtskugeln verpackt und für die Auslieferung vorbereitet.

In Handarbeit produzierte Weihnachtskugeln tragen die individuelle Handschrift des Glasbläsers und sind einzigartige und künstlerisch liebevoll gestaltete Unikate. Sie bereichern jede Christbaumschmuck-Sammlung und werden in Familien oft von Generation zu Generation weitergegeben.

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