Weihnachtskugeln aus Glas

Es sind etliche Erzählungen und Theorien über das Entstehen der Christbaumkugel vorhanden. Eine dieser besagt, dass ein armer Lauschaer Glasbläser um 1847 zu wenig Geld gehabt hätte, um sich die damals teuren Äpfel und Nüsse zu kaufen, die als Baumschmuck dienten. Aufgrund dessen hätte er sich Früchte und Nüsse aus Glas geschaffen. Ein Orderbuch aus Lauscha aus dem Jahr 1948 solle einen Auftrag über 72 “Weihnachtskugeln” diverser Größen belegen, die demnach nicht für den Eigenbedarf bestimmt wären.

Die Form der Christbaumkugel wird vom Apfel hergeleitet, da dieser früher zum Dekorieren des Weihnachtsbaumes genutzt wurde. Die runde, perfekte Form, symbolisiert Volkommenheit und Göttlichkeit. Außerdem versinnbildlicht die Kugel aufgrund ihrer Gestalt, die keinen Anfang und kein Ende besitzt, die Ewigkeit, Fruchtbarkeit und das Paradies.

Laut einem alten Volksglauben müsse ein Mädchen am 1. Weihnachtstag in der Tür stehend einen Apfel essen. Der nächste vorbeigehende Jüngling den das Mädchen sehen würde, wäre ihr zukünftiger Ehemann.

Herstellung der Kugeln aus Glas

Glas-WeihnachtskugelZuvor wird eine Glas-Rohling auf 800°C erhitzt, um folglich mithilfe eines Glasbläsers in eine Kugel oder in eine andere beliebige Form geblasen zu werden. In der Massenproduktion werden spezielle Maschinen für den Blasvorgang gebraucht. Mittels einer Holzschablone, kann sichergestellt werden, dass die Kugeln gleich groß geblasen werden und welche Form sie im Endeffekt annehmen sollen.

Die bekannte Verspiegelung der Weihnachtskugel wird geschaffen, indem eine Lösung aus Silbernitrat in die Kugel hineingefüllt wird, die Kugel wird demnach von innen verspiegelt und erscheint nicht mehr durchsichtig.  Nun sind die Kugeln bereit, in Lack getaucht oder von Hand bemalt zu werden. Die Kugeln werden im Lack gedreht, damit die Farbe gleichmäßig aufgetragen wird. Es werden diverse Techniken und Materialien wie etwa Leim, Gold– und Silberstaub für die Verzierungen der Kugeln angewendet. Um verschiedene Muster aufzutragen, wird mit Leim ein Grundmuster auf die Kugel gemalt. Bevor der Leim trocknet wird der Gold– oder Silberstaub aufgetragen. Nach der Verzierung wird der Hals der Kugel mit einem besonderen Werkzeug entfernt und eine Krone mit Anhänger befestigt. Im Lauschaer Glasmuseum finden regelmäßig Veranstaltungen zur Glasbläserei statt. Außerdem bieten einige Glasbläsereien die Möglichkeit eine eigene Kugel zu blasen.

Jene, die sich für außergewöhnliche Christschmuckfiguren aus Glas interessieren, können diese in dem wohl weltweit einzigen virtuellen Museum of Modern Christmas bestaunen. Weitere Informationen zur Herstellung von Weihnachtskugeln finden Sie in unserem entprechenden Ratgeber.

Die Christbaumkugel reist in die USA

Bis vor dem 1. Weltkrieg wurden einzig und allein in Lauscha Weihnachstkugeln hergestellt. Erst kurz vor vor dem 1. Weltkrieg haben auch Firmen im Ausland mit der Produktion begonnen.

1880 führte der Amerikaner Winfield Woolworth, der Gründer der Kaufhauskette “Woolworth”, die Christbaumkugel in die USA ein. Im Zuge dessen steigerte sich die Produktion der Kugel für Lauschaer Glasbläsereien enorm.

Noch heute werden in Lauscha Christbaumkugeln auf traditionelle und qualitativ hochwertige Weise hergestellt.



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